Europa-Stipendiaten in Berlin

Ein Erfahrungsbericht von Elena Frattani.

Ohne Zweifel eine der besten Möglichkeiten, um die europäische Atmosphäre zu erleben: so war für mich die kurze aber bedeutungsvolle Berlinfahrt vom 11. bis 12. Juni.

Der beste und aber leider auch letzte Moment unserer Reise, war das Treffen mit dem europäischen Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth.

Nachdem Frau und Herr Rosenthal uns und unser Programm vorgestellt hatten, gab es viele Fragen der Stipendiaten an Herrn Roth. Sowohl Themen über Spaniens und Griechenlands Rolle in der EU, als auch das brennende Thema der überflutenden Popolisten-Bewegungen und die politische Natur von Europa bzw. die mögliche föderative Natur von Europa in der Zukunft sind debattiert worden.
„Es ist anstrengend, europäisch zu sein”, so Michael Roth, im Bezug auf die Werte der Menschenrechte und der Demokratie, die Europa als Standard in jeder aktuellen Frage und Lösung mit sich bringt.
Dieser Satz hat sich sofort in mein Gedächtnis eingebrannt und ich habe auf der Rückfahrt nach Würzburg noch viel darüber nachgedacht.
Ich habe Herrn Roth als einen begeisterten, inspirierenden und sehr erfahrenen Politiker kennen gelernt. Sehr „appassionato”, würde ich auf Italienisch sagen.
Am Ende des Gesprächs hat Herr Roth uns zu unseren guten Deutsch-Kenntnissen und unserer Vorbereitung gratuliert und hat die „Würzburger” Geschenke von Herrn Rosenthal glücklich entgegen genommen.

Wir Stipendiaten haben danach alle zusammen in der Mensa des Auswärtigen Amts wie echte Beamte gegessen. Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon ganz müde, weil wir einen sehr ereignisreichen Vormittag hatten.
Wir waren um 8 Uhr vormittags bereits im Bundestag und haben anschließend die Reichstagskuppel und die Dachterrasse besucht. Herr Rosenthal und sein Kollaborateur J. Salandi haben uns begleitet. Wir haben uns außerdem ein bisschen mit dem Bundestagabgeordneten Bernd Rützel unterhalten, den wir schon am vorherigen Tag während des leckeren und spannenden Abendessens im türkischen Restaurant Hasir getroffen haben.
Nach einem kurzen Aufenthalt in der Berliner Stadtmitte waren wir gegen 12 Uhr im Auswärtigen Amt, welches wir mit einem sehr gut vorbereiteten „Reiseführer” besucht haben.

Es wäre schön gewesen, wenn wir mehr Zeit in Berlin verbracht hätten. Trotzdem war es eine sehr schöne Erfahrung, die mir neue Denkanstöße verliehen hat.
„Es ist anstrengend, europäisch zu sein”, es gibt viel zum Nachdenken, noch mehr zum Handeln, aber auch viele Dinge auf die wir stolz sein können.