Europa innen und außen – Eine politische Einführung in die Thematik

Verstöße gegen den europäischen Stabilitätspakt, Streit um die Aufnahme von Flüchtlingen, Uneinigkeit beim Umgang mit Nachbarstaaten im Osten: Der aktuelle Zustand der Europäischen Union sorgt bei vielen Menschen für wachsendes Unbehagen. So manche stellen sich die Frage: „Warum und wozu Europa?“

Am 21. Oktober 2014 fanden sich deshalb im Forum der Uni am Wittelsbacher Platz rund 80 Personen zu einer Diskussionsrunde ein. Eingeladen dazu hatten Herr und Frau Rosenthal im Zuge der Ersten von vier Ringvorlesungen. Als Podiumsgäste waren die Politikprofessorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet, der französische Generalkonsul Jean-Claude Brunet sowie der französische Attaché für Wissenschafts- und Hochschulkooperation für Bayern und Baden-Württemberg Raoul Mille geladen.  Moderiert wurde die Veranstaltung von Gunther Schunk (Vogel Business Media)

Gisela Müller-Brandeck-Bocquet machte in ihrem Vortrag einige Anmerkungen, die Europas Situation eher düster und bedenklich erscheinen ließen.

Als Beispiel führte sie die gesunkene Beteiligung bei der Europawahl 2014 an. Seit der Finanzkrise sei die Akzeptanz für das „Projekt Europa“ in erschreckender Weise gesunken und sogar europafeindliche Parteien wurden ins Parlament gewählt.

Die Professorin hat Zweifel daran, ob es überhaupt so etwas wie europäische Solidarität gibt: „Es ist noch ein weiter Weg, die europäische Integration auf Dauer abzusichern.“ Dabei sei eine handlungsfähige Europäische Union unverzichtbar: Wegen der Krisen in ihrer direkten Nachbarschaft: in der Ukraine, in Syrien, in Afrika. Und um im Wechselspiel mit anderen Mächten wie den USA, China oder Indien weltweit Geltung zu behalten – sofern Europa das überhaupt wolle.

Der französische Generalkonsul Jean-Claude Brunet, der aus München angereist war, berichtete, dass zumindest in Frankreich große Erwartungen an Europa herrschen. In diesem Zuge lobte er auch das Europastipendien-Programm als „wunderbare integrierende Initiative“ – es fördere die Mobilität von Studierenden und die Bildung europäischer Netzwerke.